DVB-T Umstellung – Wann wird Fernsehen auf DVB-T2 umgestellt?

Fernsehen: DVB-T2 Umstellung

DVB-T2 Umstellung - Fernsehantennen - Foto 'Channel 8' CC BY 2.0 Justus Hayes / flickr.com

Das wichtigste gleich vorab: die erste Stufe der Umstellung von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 erfolgte bereits am 31. Mai 2016. Seitdem kann in verschiedenen Test-Regionen der neue Standard bereits empfangen werden.

Ab dem 29. März 2017 erfolgt der Umstieg auf DVB-T2 zunächst in Ballungsräumen wie beispielsweise Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und dem Ruhrgebiet. Zeitgleich endet dort die Ausstrahlung über DVB-T. Der alte Sendestandard wird abgeschaltet, um die Frequenzen für das Mobilfunknetz frei zu machen. Mitte 2019 soll die Umstellung dann mehr oder weniger flächendeckend abgeschlossen sein.

Was bringt die DVB-T Umstellung im Vergleich zum alten Standard?

DVB-T2 ist der Nachfolger des bisherigen Empfangs-Standards DVB-T. Die Abkürzung steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd generation. Der große Unterschied zum alten Standard: mit DVB-T2 lässt sich Fernsehen in Full-HD Qualität empfangen. Und in Ballungsräumen bietet der neue Standard eine größere Programmvielfalt: ca. 40 verschiedene Kanäle sollen dann quasi per Zimmerantenne in Full-HD zu empfangen sein.

DVB-T2 wird wie der Vorgänger auch gerne als „Überallfernsehen“ angepriesen, weil sich das Signal im Prinzip recht einfach und so gut wie überall empfangen lässt. Man benötigt lediglich ein passendes Empfangsgerät. Das kann eine digitale Zimmerantenne sein – es gibt aber auch Empfangsgeräte mit USB-Anschluss, mit denen man dann auf einem Computer fernsehen kann. Besonders empfangsstark sind große Antennen, die für die Montage auf dem Dach oder auf einem Mast gedacht sind.

Nachteile der DVB-T Umstellung – laufende Kosten

Einen großen Haken hat die Umstellung auf DVB-T2 allerdings: die meisten privaten Sender wir zum Beispiel Pro7, Sat1, RTL und VOX sollen nach der Umstellung nur noch verschlüsselt zu emfangen sein. Das bedeutet, dass man sich zusätzlich zum Empfangsgerät auch noch einen Dekoder kaufen muss – zumindest wenn man auch nach der Umstellung weiterhin die Privaten sehen möchte. Dabei muss es sich nicht immer um zwei Geräte handeln – es gibt aber auch Kombi-Geräte, die sowohl Empfänger (Receiver) als auch Dekoder sind. Zum Dekoder muss zum Empfang bzw. zum entschlüsseln aber der privaten Stationen aber so oder so noch ein Abonnement abgeschlossen werden.

Bis Ende Juni 2017 ist das Abo zunächst kostenlos. Danach sollen aber aktuellen Meldungen zufolge 5,75 Euro pro Monat anfallen – oder umgerechnet 69,- Euro für ein Jahresabo. Diese Kosten fallen zusätzlich zur GEZ-Gebühr an – und diese Kosten beziehen sich meines WIssens nach auf 1 Dekoder – also in der Regel auf 1 Gerät.  Nur mithilfe eines Dekoders inkl. Abo lassen sich dann private Fernsehsender wie zum Beispiel Pro7, Sat1, RTL und VOX auch weiterhin terrestrisch empfangen – bzw. ansehen. Alle öffentlich rechtlichen Sender wie zB ARD, ZDF, die Dritten, ARTE, 3Sat und Phoenix sind auch weiterhin ohne Dekoder zu empfangen.

Werden die privaten Sender im Gegenzug dafür auf Werbung verzichten? Wohl kaum. Die Abo-Gebühren werden zurzeit mit den hohen Kosten der Umstellung begründet.

Was benötige ich, um DVB-T2 zu empfangen?

Wie schon beim DVB-T1-Standard benötigt man zunächst eine passende Antenne. Wenn man bereits eine DVB-T1-Antenne besitzt kann man diese weiter nutzen. Um das empfangene Signal dann aber sichbar zu machen, benötigt man einen DVB-T2-kompatibelen Empfänger – bzw. Receiver. Bei neuen Fernsehern ist dieser ggf. bereits eingebaut – ältere Geräte benötigen ein extra Gerät, das das Signal so umwandelt, dass es auf dem Fernseher angezeigt werden kann.

Einfache Receiver sind bereits ab ca. €60,- zu bekommen. Receiver mit digitalem Programmplan kosten etwas mehr. Es sind auch Geräte erhältlich, mit denen sich externe Medien (Musik, Filme, Fotos) über einen USB-Port abspielen lassen oder die das laufende Fernsehprogramm aufzeichnen können. Diese haben also sozusagen bereits einen digitalen Viderekorder eingebaut, kosten dann aber auch um die 100,- Euro.

Nachteile von DVB-T2 – Elektroschrott

Ein für meinen Geschmack großer Haken bei der Umstellung auf DVB-T2: der neue Standard kann nicht über alte Reveiver empfangen werden. Es gibt auch keine Möglichkeit, alte Receiver per Software-Update an den neuen Standard anzupassen. Und da das alte Sendesignal mit der Umstellung abgeschaltet wird, kann man mit den alten DVB-T Empfängern nach dem Stichtag kein Fernsehsignal mehr empfangen. Somit ist zu befürchten, dass sehr viele veraltetet, aber durchaus noch funktionierende DVB-T Receiver von einem Tag auf den anderen plötzlich nutzlos – und somit zu Elektoschrott werden. Es dürfte sich um hundertausende, eventuell sogar millionen Geräte handeln. Dabei wurde der Standard DVB-T erst relativ frisch in 2007/2008 eingeführt. Im Vergleich zum seit den 50er Jahren durchgängig funktionierenden analogen Standard ist das keine besonders hohes Alter.

DVB-T Antennen lassen sich hingegen weiter nutzen.


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