Fastenzeit: Wann beginnt / endet die Fastenzeit?

Fastenzeit: Wann beginnt / endet die Fastenzeit im Christentum? Foto © T.Bortels/weltzeituhren.info

Der Beginn der Fastenzeit (in der Westkirche) oder auch österliche Bußzeit (römisch-katholischen Kirche), richtet sich direkt nach Ostern. Sie beginnt prinzipiell 40 Tage vor Ostern und endet je nach Tradition am Ostersonntag oder in der Osternacht – also der Nacht vom Ostersamstag bzw. am Karsamstag zum Ostersonntag.

Die Fastendauer von 40 Tagen muss heute eigentlich eher symbolisch verstanden werden. Ursprünglich begann die Fastenzeit wohl am 6. Sonntag vor Ostern (Invocavit) und endete am Gründonnerstag, an dem die Büßer dann wieder zum Empfang der Kommunion zugelassen wurden.

Im 5. Jahrhundert wurden die Sonntage dann als „kleine Auferstehungstage“ gefeiert und daher nicht mehr zu der eigentlichen Fastenzeit gerechnet. Damit wurde dann auch der Beginn der Fastenzeit auf den Mittwoch vorgezogen, der noch heute als Aschermittwoch begangen wird.

Nach einer anderen Berechnungsart werden die Sonntage mit zur Fastenzeit gezählt, der Beginn liegt aber trotzdem auf dem Aschermittwoch. Das Ende verschiebt sich dann dementsprechend um ca. eine Woche vor und fällt auf den Palmsonntag.

Biblischer Hintergrund / Ursprung

Fastenzeit Fruehbarockes Fastentuch

Fastenzeit: ein Fruehbarockes Fastentuch aus des St. Jakob Kirche in St. Ulrich in Gröden aufbewahrt im Museum Gröden.- Unbekannte Maler, Benutzer:Moroder – Selbst fotografiert, Gemeinfrei

Ursprünglich wurde im Christlichen Glauben während der 40 Tage vor Ostern der 40 Tage gedacht, die Jesus Christus in der Wüste verbracht haben soll. Während dieser Zeit musste Jeses seinen Glauben unter Beweis stellen, indem er dem Teufels widerstand.

Der Evangelist Matthäus schildert bespielsweise die Versuchung Jesu (Mt 4,1-11): „Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig.“ Der Teufel forderte Jesus auf, Steine zu Brot werden zu lassen – das sei für den Gottessohn doch bestimmt kein Problem. Jesus aber antwortet mit einem Zitat aus dem Buch Mose: „Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.“

Fastenzeit und Karneval

Über die Herkunft des Begriffes Karneval gibt es unterschiedliche Theorien. Vermutlich stammt der Begriff Karneval aber aus dem Lateinischen: Carne Vale! würde soviel wie „Fleisch, Lebe wohl!“ bedeuten und auf den Abschied vom reichhaltigen Essen hindeuten – eine etwas scherzhaft verstandene Vorbereitung auf das Fasten.

Der Beginn der Fastenzeit wird auch heute noch vielerorts als Aschermittwoch begangen. Der Spruch „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ bezieht sich direkt auf das Ende des Karnevals und den Beginn der österlichen Bußzeit.  Somit ist die Fastenzeit also nicht nur direkt mit Ostern, sondern auch mit der Karnevalszeit und dem eigentlichen Karneval verbunden. Oder anders ausgedrückt: die Karnevalszeit richtet sich wie auch die Fastenzeit nach dem Ostertermin.

Fastenzeit 2017

  • Die Grundordnung des Kirchenjahres und des Neuen Römischen Generalkalenderslegt besagt, dass die Fastenzeit vom Aschermittwoch (01. März 2017) bis zum Beginn der Abendmahlsmesse am Donnerstag in der Karwoche dauert. 20. Am Karfreitag und gegebenenfalls auch am Karsamstag bis zur Osternachtfeier10 wird dann das Osterfasten gehalten.
  • Die Fastenaktion der evangelischen Kirche 7 Wochen Ohne beginnt am Mittwoch, 01. März 2017 und endet am Sonntag, 16. April 2017. Siehe auch: 7wochenohne.evangelisch.de

Auch in anderen Religionen / Kulturen wird gefastet:

  • Im Judentum kennt man mehrere Zeiten des Fastens.
  • Im Islam spielt das Fasten ebenfalls eine zentrale Rolle – eine der fünf Säulen des Islam ist das Fasten im Fastenmonat Ramadan.
  • Ostasiatische Askese: Im Hinduismus spielt Yoga eine wichtige Rolle.
  • Im Buddhismus wird vor Meditationszeiten wenig gegessen. Man spricht aber nicht direkt vom Fasten.

siehe auch: