Wann ist Tag-und-Nachtgleiche / Äquinoktium?

Tag- und Nachtgleiche - Äquinoktium, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende

Tag- und Nachtgleiche - Äquinoktium, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende - Illustration: T.Bortels/weltzeituhren.info

Die Tag-und-Nachtgleiche, oder auch Tagundnachtgleiche bzw. das Äquinoktium ist der Zeitpunkt, an dem der Tag genau so lang ist, wie die Nacht. Der Begriff Äquinoktium stammt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus aequus für „gleich“ und nox für „Nacht“.

Im Laufe eines Jahres kommt es zu zwei Tag-und-Nachtgleichen. Die erste, oder auch primäre Tag-und-Nachtgleiche (Primaräquinoktium) markiert den astronomischen Frühlingsanfang. Die zweite oder auch sekundäre Tag-und-Nachtgleiche (Sekundaräquinoktium) markiert den astronomischen Herbstanfang.

Ein besonderes Phänomen der Tag-und-Nachtgleiche: Tag und Nacht sind exakt gleich lang, und zwar unabhängig davon, wo man sich auf der Erde aufhält.

In den Sommermonaten sind die Tage bekanntlich länger als die Nächte. Während der Wintermonate sind hingegen die Nächte länger als die Tage. Während am Äquator die Tage ganzjährig die gleiche Dauer haben wie Nächte (12 Stunden), nehmen die Unterschiede nördlich und südlich des Äquators wärend der Sommer- und Wintermonate in Richtung Sommersonnenwende (Mittsommer) und Wintersonnenwende zu. Nach Sommer- und Wintersonnenwende nehmen die Unterschiede der Dauer von Tag und Nacht wieder ab, die Länge von Tag und Nacht gleich sich allmählich an.

Am Tag der Tag-und-Nachtgleiche tauschen Nord- und Südhalbkugel ihre Unterschiede sozusagen aus. An diesem Tag sind Tag und Nacht also genau gleich lang – egal ob man sich in Lappland, am Äquator, in Australien oder an einem der beiden Pole befindet.

Zeitpunkt der primären Tag-und-Nachtgleiche

20. März 2016 um 05:30 Uhr
20. März 2017 um 11:29 Uhr
20. März 2018 um 17:15 Uhr
20. März 2019 um 22:58 Uhr
20. März 2020 um 04:50 Uhr

Zeitpunkt der sekundären Tag-und-Nachtgleiche

22. September 2016 um 16:21 Uhr
22. September 2017 um 22:02 Uhr
23. September 2018 um 03:54 Uhr
23. September 2019 um 09:50 Uhr
22. September 2020 um 15:31 Uhr

Der Zeitpunkt der Tag-und-Nachtgleiche ist seit Urzeiten in vielen Kulturen bekannt und wird vielerorts auch heute noch als Fest begangen.

Ostern / Frühlingsfeste zur Primären Tag-und-Nachtgleiche

Das Osterfest wird seit Verbreitung des Christentums zwar vom christlichen Osterfest quasi Überlagert. In Mitteleuropa hat sich das Osterfest aber auch als Fruchtbarkeitsfest zum Frühlingsanfang bis heute halbwegs gut gehalten. Davon zeugen schon die vielen Fruchtbarkeitssymbole und -rituale, die man wie selbstverständlich kennt und schätzt: der Osterhase, die Ostereier, Eier färben, Eier suchen etc..

Häufig wird in Mitteleuropa zu Ostern auch die Wohnung mit frischen Zweigen geschmückt. Traditionell werden gerne Weidenkätzchen und Birkenzweige zur Dekoration verwendet. Weidenkätzchen sollten allerdings nicht mehr wild gepflückt werden, da sie als erste frühe Bienennahrung wichtig sind und daher unter Naturschutz stehen. Wenn es trotzdem Weidenkätzchen sein sollen, sollte man lieber den Experten im lokalen Blumenladen konsultieren. Häufig werden auch Blumen, gerne auch mit Erde in der Wohnung platziert: Forsythien, Narzissen und Tulpen gehören zu den Klassikern in der Oster-Dekoration.

Erntedankfeste / Herbstfeste zur Sekundären Tag-und-Nachtgleiche

Im Herbst ist auch heute noch das Erntedankfest weit verbreitet. Im Keltischen wird das Fest Mabon genannt – in der griechischen Mythologie wird Demeter geehrt. Je nach Region kann es sich dabei auch um ein zur Ernte passendes und insofern spezielles Erntefest handeln. In Weinanbaugebieten wird beispielsweise die Weinlese besonders gefeiert. In Regionen, in denen Äpfel angebaut werden, sind Apfelfeste verbreitet, bei denen häufig Apfelwein serviert wird.

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