Muscheln: Wann beginnt / endet die Muschelzeit?

Frische Muscheln – Muschelzeit: Miesmuscheln kochen in einer großen Pfanne

Muschelzeit: eine Pfanne voller Miesmuscheln - Foto: CC BY-SA 2.0 Chris Schaer / flickr.com/webtuefu

Im Prinzip kann man sich ganz einfach merken, wann die Muschelzeit beginnt – und wann sie endet. Traditionell werden Muscheln nämlich nur in den Monaten gegessen, die auf den Buchstaben „r“ enden. Das liegt aber nicht an irgendeinem Aberglauben, sondern daran, dass es sich bei diesen Monaten um  Herbst- und Wintermonate handelt: September, Oktober, November, Dezember, Januar und Februar. Theoretisch beginnt die Muschelsaison also alljährlich zum 1. September.

Aber woher kommt diese Regel eigentlich, Muscheln nur während der Wintermonate zu essen? Und ist diese Regel auch heute noch gültig?

Muschelzeit ist Winterzeit

Über den Ursprung für die „R-Monate-Regel“ gibt es verschiedene Theorien. Die wohl bekannteste ist, dass es früher schwierig  bzw. so gut wie möglich war, Muscheln gekühlt zu lagern oder gekühlt zu transportieren. Die kostbare Ware wäre während der Sommermonate einfach zu schnell verdorben – entweder bereits während des Transports, oder spätestens während der Lagerung.  Also hat man lieber komplett darauf verzichtet, während der warmen Jahreszeit Muscheln zu essen.

Ausserdem gibt es die Geschichte von den Algengiften. Muscheln sind Filter-Tiere. Sie filtern täglich große Mengen Meerwasser. Während der Algenblüte kann es dazu kommen, dass Muscheln verstärkt Algengifte aufnehmen, also aus dem Meerwasser filtern – und so anreichern. Diese Gifte sind zwar nicht unbedingt für die Muscheln schädlich, können aber für den Menschen gesundheitsschäflich sein – je nachdem, wieviel man davon aufgenommen hat.

Kann man heute ganzjährig Muscheln essen?

Heutzutage muss man sich aber offenbar grundsätzlich keine Sorgen mehr um Algentoxine in Muscheln machen. Einer der großen Muschelhändler Deutsche See versichert zumindest, dass die Wasserqualität in den Erntegebieten kontinuierlich geprüft und überwacht wird. Und erst, wenn die Prüfergebnisse einwandfrei sind, darf geerntet werden (siehe auch: Kleine Muschelkunde / deutschesee.de). Daraus könnte man schliessen, dass man nun eigentlich ganzjährig Muscheln essen könnte.

Ich möchte jedoch gerne grundsätzlich davon abraten, Muscheln ausserhalb der Muschelsaison (September bis Februar) zu essen. Auch, wenn es heute technisch möglich wäre, ganzjährig „Meeresfrüchte“ zu essen, so ist doch gerade der saisonale Genuß spezieller Lebensmittel und Spezialitäten etwas ganz besonderes. Und so haben auch die Muschelbestände die Gelegenheit, sich während der Sommermonate zu erholen.

Muscheln kochen – wieviel Muscheln pro Person?

Die beliebteste Muschelart in deutschen Küchen ist übrigens nach wie vor die Miesmuschel. Die beliebtesten Zubereitungsarten sind meines Wissens nach Muscheln Rheinische Art und Muschen in Weissweinsoße – allerdings sind die Übergänge zwischen beiden Rezepten offenbar buchstäblich fließend. Aber mit wieviel Muscheln pro Person muss man rechnen? Da gehen die Angaben zum Teil weit auseinander. Grundsätzlich scheint 500gr pro Person die Untergrenze zu sein – die meisten Empfehlungen habe ich für 1kg Miesmuscheln pro Person gesehen. Manche Muschelfreunde empfehlen allerdings, lieber zu viel, als zu wenig Muscheln zu kochen. Die Reste sollen sich beispielsweise am nächsten Tag problemlos braten oder in einem Omelette verarbeiten lassen.